Besser leben ohne Religion – 7 Gründe und eine Offenbarung

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Aufgewachsen auf dem Lande in den Bergen Österreichs wurde ich römisch katholisch erzogen. Obwohl erzogen in diesem Zusammenhang wohl das falsche Wort ist. Wir waren halt bei der Kirche, weil alle bei der Kirche waren. Doch habe ich daran geglaubt? Schon als Kind konnte ich mit Religion wenig anfangen. Weder die Geschichten und Mythen, noch der Druck der Mehrheit konnten mich richtig überzeugen. Seither irre ich umher auf der Suche nach einem Führer. Oh darf man das Wort in einem deutschen Text überhaupt verwenden. Nein, ich meine nicht Führer, ich meinte Führung. Ich irrte umher, ohne zu wissen wohin ich soll. Die Religion gab mir weder halt noch eine Vision.

Als zur Vorbereitung der Erstkommunion die Religionslehrerin die Frage stellte „Wer glaubt nicht an Gott?“ gingen in der Klasse nur zwei Hände hoch. Meine Hand und die einer Schulkollegin. Entrüstet wurden wir von der Lehrerein zurechtgewiesen, wie wir an eine 2000 Jahre alte Geschichte nicht glauben und so ungläubig sein könnten. Die Schulkameraden bedachten uns mit mitleidigen und verächtlichen Blicken. Wir wurden als Aussätzige abgestempelt – zumindest in dieser Stunde. Dieses Erlebnis liegt nun schon fast 30 Jahre zurück, doch war dies der Moment wo meine innere Stimme bestätigt wurde. Religion, nein danke!

Im Laufe meines Lebens und vor allem während meiner Reisen habe ich mir noch oft über den Glauben und die Religionen Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Religion nicht hilft sondern nur behindert. Warum? Das erzähle ich Dir jetzt.

Sieben Gründe, warum Religion nicht glücklich macht

Religion macht Angst

Egal, ob die sieben Todsünden, zehn Gebote oder die zehn Lebensregeln. Religionen machen Vorschriften. Sollte sich ein Gläubiger nicht an diese Vorschriften halten, dann hat er Gott, den Teufel oder was weiß ich was zu fürchten. Man kommt nicht in den Himmel oder wird als Schnecke wieder geboren. Egal, wie man es dreht oder wendet, jede Verletzung der Glaubensregeln führt zu schlimmen Folgen. Und vor diesen schlimmen Folgen fürchten sich alle Gläubigen. Nur mit Buße kann man diesen Folgen wieder entgehen. All diese Regeln führen zu Angst. Und Angst hemmt unser Dasein, unsere freies Denken und unser positives Lebensgefühl. Ein Leben mit der Religion und ohne Angst ist leider nicht möglich. So steht es geschrieben.

Religion schränkt ein

Egal, welchen Gläubigen Du befragst – und ich meine hier nicht die Teilzeitgläubigen, die nur bei der Kirche sind weil es alle sind – nein, ich meine die wirklichen Gläubigen. Sie begegnen jeder offenen Frage und jedem Argument mit Ablehnung. Sie, die Gläubigen haben Recht und die nicht Gläubigen haben Unrecht. Ja, sie haben nicht einmal ein Recht auf eine andere Meinung. Wie kann man nur. Egal, mit welchen Gläubigen aus welcher Religion auch immer, jeder für sich hat einen eingeschränkten Horizont. Der Blickwinkel wird bewusst eingeschränkt. Wir sind die Guten und was sind dann die anderen?

Religion diskriminiert

Früher, als ich noch ein kleiner Junge war und zur Kirche mitgeschleppt wurde, galt die Regel links die Frauen und rechts die Männer. Die Symbolik und der Sinn entgingen mir schon damals und ich muss ehrlich zugeben, ich habe bis heute nicht die Lust es zu verstehen. Denn es ist nur ein weiterer Mosaikstein der unglaublichen Diskriminierung der Frauen in allen Religionen. Warum gelten Frauen, in welcher Religion auch immer, als nicht würdig oder gleichwertig? Es gibt weder weibliche Mönche oder geschweige denn einen weiblichen Papst. Warum müssen Frauen in der Religion hinten anstehen?

Religion ist wertlos

Ein Leben ohne wahre Werte ist wertlos. Doch welche Werte  werden uns von der Religion mit auf den Weg gegeben? Nehmen wir z.B. die römisch katholische Kirche und deren 7 Todsünden. (Nicht zu verwechseln mit den 10 Geboten) Eine Todsünde davon lautet „Unmäßigkeit und Gier“. Wenn man so manchen Medienberichten Glauben schenken darf, dann übersteigt das geschätzte Gesamtvermögen des Vatikans die 200 Milliardenmarke. Ojegerl, schaut nicht gut aus für die Kirche. Denn die Sündiger erwartet der Ausschluss vom Reich Christi sowie der ewige Tod in der Hölle.  Was möchte mir diese Religion also lehren, welchen Wert möchte sie mir mit auf den Weg geben? Wenn ich mich selbst belüge wird alles gut? Wie glaubhaft ist diese Religion?

Religion mindert das Selbstvertrauen

Viele Menschen finden und fanden Rückhalt in der Religion. In schwierigen Zeiten und dunklen Stunden kann der Glaube Berge versetzen und schwierige Situationen erträglicher machen. Doch ist dieser Rückhalt nicht auch Vorwand? Ein Vorwand, um jemandem anderen die Schuld geben zu können, denn die Lösung soll von einer höheren Macht kommen. Und wenn sie nicht kommt, dann kann man immerhin noch weiter beten.  Ein wichtiger Faktor, der das Leben ausmacht, geht bei vielen jedoch verloren. Das Vertrauen an das Selbst. Mit dem Glauben an eine höhere Macht verabschiedet sich der Glaube an sich selbst. Das Urvertrauen in sich selbst fehlt. Und das fehlende Selbstvertrauen erschwert das Leben in allen Lagen.

Religion ist Zufall

Ich wurde in Österreich geboren und römisch katholisch getauft. Was wäre gewesen, wenn ich in Thailand oder Indien geboren wäre. Wäre ich dann auch getauft? Wohl eher nicht. Der Glaube ist stark von unserem Geburtsort abhängig und dieser passiert rein zufällig. Warum klammern sich aber so viele Menschen an diese rein zufällige Religion? Wäre das Leben nicht aufregender, wenn wir unsere Blicke auf alle Regionen dieser Welt richten?

Religion nimmt die Menschenwürde

„Alle Menschen, unabhängig von allen ihren Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand haben denselben Wert“ – Wikipedia. Warum hat jede Glaubensrichtung eine Hierarchie, einen Vorbeter, einen höher gestellten Menschen? Warum werden Frauen in den Religionen als Menschen zweiter Klasse angesehen? Warum werden viele andere Religionen von den Weltreligionen nicht anerkannt?

Die Menschenwürde wird in der Religion mit Füßen getreten – es gibt einen da oben und viele da unten. Damit will und kann ich mich nicht identifizieren. Wir sind alle gleich, alle Menschen, alle Nationen und alle Religionen dieser Welt. Ein Oben und ein Unten darf es nicht geben. Im Namen Gottes und der Religion wurden und werden Kriege geführt. All dies ist nicht im Einklang mit der Menschenwürde und nicht im Einklang mit der Natur.  Ein Leben mit einer Religion wird es für mich deshalb nicht geben.

Besser Leben ohne Religion – die Offenbarung

„… der Mensch ist von Natur aus gut…“ dies meinte einst der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau. Und genau wie er bin ich auch der Meinung dass, wenn wir auf unsere innere Stimme hören und auch auf die Stimme der Natur, dann brauchen wir keine äußere Kraft oder Ordnung. Alles Leid und alles Böse entsteht erst, wenn wir äußeren Stimmen folgen. Wenn wir nur unserer inneren und natürlichen Stimme folgen, dann sind wir in der Lage ganz ohne Gebote und Regeln ein schönes und friedvolles Leben zu Leben. Denn wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, dann brauche ich niemandem Böses zu tun. Ich kann ohne Neid und mit Offenheit den Menschen begegnen. So lebe ich ein Leben ganz nach meinen persönlichen Werten und erfreue mich des Lebens!

Wir sind von Natur aus gut!

Genieße den Weg der Lebenskunst!

Liebe Grüße

Karl

PS: Dieser Text ist zugleich ein Beitrag zur Blogparade zum Thema „Leben im Einklang mit sich selbst“ von Betina von KreativGedacht! Schau vorbei wenn Du mehr Beiträge darüber lesen möchtest!

Foto: stocksnap.io/

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13 Comments Besser leben ohne Religion – 7 Gründe und eine Offenbarung

  1. Andrea Bauer

    Danke für diesen Artikel. Er fasst zusammen, was ich mir sich schon lange dachte. Alles Gründe warum auch ich der Religion den Rücken kehrte. Sehr auf den Punkt gebracht.

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  2. Veit

    Lieber Karl,

    auch ich habe mich von der Religion abgewendet.
    Religion ist Opium fürs Volk. Religion ist toter Glaube, Gift für die Menschen. Religion in welcher Form auch immer macht blind, mindert das Selbstvertrauen, usw. Genau so, wie du es beschrieben hast. Ich möchte an dieser Stelle noch eine Schippe drauflegen, indem ich sage, Religion macht radikal, ja fanatisch und dumm. Vieles aus deinem Artikel spricht mir aus der Seele, aber…
    Laut meinem Verständnis (und auch der Definition von Wikipedia) bedeutet Religion „…die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.“ Falls du eben dies meinst, bekommst du meine vollste Zustimmung.
    „Ein Leben mit der Religion und ohne Angst ist leider nicht möglich.“ Ein Leben mit Gott und ohne Angst (und ohne Religion) ist durchaus möglich. Und auch schön und empfehlenswert. Denn wer den Glauben hat, braucht keine Religion. „So steht es geschrieben.“ Nicht in der Bibel. Zumindest nicht in meiner. Hast du die Bibel gelesen, den Inhalt verstanden, die Botschaft des Buches begriffen?
    „Mit dem Glauben an eine höhere Macht verabschiedet sich der Glaube an sich selbst.“ Wirklich? Eher im Gegenteil. Denn wenn du die (übrigens auch historisch als wahr akzeptierten) Geschichten über Jesus gelesen hättest, solltest du wissen, dass Jesus Christus vielen Menschen aus der niedrigsten Kaste ihr Selbstwertgefühl und die Würde zurückgegeben hat, auch die Stellung der Frau hat sich vor ca. 2000 Jahren grundlegend verbessert, uvm.
    Lieber Karl, deinem Artikel nach zu urteilen bist du ein tiefgründiger, rational denkender und intelligenter Mensch. Deine Argumente sind strukturiert und auf den ersten Blick nachvollziehbar, dein Text lässt sich flüssig lesen. Was die Logik betrifft: eher weniger durchdacht. Denn der Erstklässler wird auch felsenfest behaupten, fünf durch zwei zu teilen wäre unmöglich. Bis er es lernt und seine bis dato umklammerte Logik fallen lässt, um weitere Erkenntnisse zuzulassen. Da wo wir an unsere Grenzen stoßen, geht es noch weiter. Denn wir sind nicht die einzigen Experten im Universum. Meinst du nicht auch, dass die Realität unseren Wirklichkeitssinn übersteigen könnte?
    Enttäuscht von der Kirche – einer von vielen. Differenzieren zwischen Kirche und Glaube wäre hier angemessen. In keinem Fall jedoch sollten die Miseren des Christentums missbraucht werden. Unsere Demokratie hat Schattenseiten, sollten wir uns deshalb zur Diktatur wenden?

    Deshalb: Religionen brauchen wir nicht, was uns fehlt, ist echter Glaube.

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    1. Lebenskünstler

      Hallo Veit,
      recht herzlichen Dank für Deine ausführlichen Gedanken. Ganz kann ich Deine Kritik nicht verstehen bzw. finde ich Deine Parabel etwas despektierlich. Denn ich möchte mit meinem Text niemanden den Glauben absprechen oder eine höhere Macht anzweifeln. Da halte ich es lieber wie der alte Sokrates „Ich weiß das ich nichts weiß“. Mein Text nimmt ausschliesslich Stellung gegen die dogmatische Haltung aller Religionen und deren Anhänger werden nun mal als Gläubige bezeichnet. Meiner Meinung nach ist der Glaube etwas ganz individuelles und darf niemals von außen aufgezwungen werden. Doch das ist in unserer Gesellschaft nach wie vor der Fall und genau dies missfällt mir. Mit diesem Text möchte ich Menschen dazu inspirieren ebenfalls darüber nachzudenken. Lg Karl

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    2. Motti

      Lieber Veit,
      ob Jesus tatsächlich gelebt hat, ist nach wie vor umstritten. Dass die Darstellungen in der Bibel keinesfalls die echten Geschehnisse wiedergeben, ist selbst unter Theologen unterdessen nicht mehr umstritten.
      Dass echter Glaube fehlt, das ist nur deine Meinung. Ich lebe ohne Glauben wunderbar und fürchte mich vor keinem Ende.

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  3. Pingback: BLOGPARADE: Leben im Einklang mit sich selbst - KreativGedachtKreativGedacht

  4. Herbert T.

    Hallo Karl,
    dein Artikel beinhaltet sehr tiefe Gedankengänge. Ich finde es sehr gut, dass sich junge Menschen mit derartigen Themen auseinander setzen und diese auch kommunizieren. Schade nur, dass der Artikel einen leicht abwertenden, diskriminierenden Tenor hat.

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    1. Lebenskünstler

      Hallo Herbert, herzlichen Dank für Deinen ehrlichen Kommentar. Auch mein Artikel war und ist ehrlich gemeint. Diskriminieren möchte ich damit aber niemanden. Ganz im Gegenteil, er sollte Menschen für andere Meinungen öffnen. Beste Grüße Karl

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  5. Melanie Bornschein

    Lieber Karl,

    ein sehr spannendes Thema hast du ausgewählt, was sehr viel Tiefe besitzt.

    Meine Meinung dazu ist: Ich bin nicht religiös, aber ich bin gläubig.

    Ich glaube, dass sich alles zum guten wendet, auch wenn wir es nicht gleich sehen. Ich glaube, dass in jeder Krise oder Veränderung eine Chance steckt, ob wir sie wahrnehmen, liegt dann an uns.

    Ich bin immer begeistert, wenn noch jemand über Themen schreibt, die auch als Tabuthema gelten.

    Liebe Grüße

    Melanie Bornschein

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  6. Bettina

    Lieber Karl,
    auch ich bin ganz bei dir, obwohl ich „verstehen“ kann, dass es Menschen gibt, die Religion als Halt brauchen. Es ist ihr Weg, auch wenn es nicht meiner ist. Denn ich möchte frei sein. Frei – ohne Regeln und Vorschriften, ohne Angstmacherei, ohne in Sündige und Heilige eingeteilt zu werden und trotzdem einen Glauben haben, der aber nichts mit Religion zu tun hat. Einen Glauben an das Leben. An das Wunder, das in jedem von uns steckt. Ich glaube wie Melanie, dass alles einen Sinn hat und für irgendetwas gut ist. Dass in allem die Chance zum Wachstum steckt, wenn wir uns dafür öffnen.
    Danke für diesen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Bettina

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  7. Gerhard Schleu

    Religion ist basiert auf Fantasi. In Wirklichkeit ist der Mensch durch Evolution entstanden.
    Es gibt keine Götter egal wie sie genannt werden.

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