Mit Hilfe von Sokrates dem Hass im Netz entgehen

Sokrates die drei siebe hass im Netz entgehen

Social-Media Kanäle, die zur Freundschaftspflege gegründet wurden, haben sich zum Sammelpunkt von Hass gewandelt. Einst dafür gedacht mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben, sprühen viele Nachrichten nur so vor Wut und Lüge. Viele Menschen haben das Gefühl im Hass zu ersticken. Geschmacksgrenzen werden überschritten, Menschen werden beleidigt und mit Gefühlen wird gespielt. Kurz gesagt – die soziale Welt ist verrückt geworden. Doch die soziale Welt ist nicht nur böse und Facebook & Co haben auch ihre guten Seiten. Um diese wiederzuentdecken, bedarf es nur etwas Reflexion und einer Portion Sokrates.

Warum greift der Hass so schnell um sich?

Bevor wir uns mit Hilfe von Sokrates vom Hass des Netzes befreien können, bedarf es einer kurzen Analyse, warum sich Hass und Wut so schnell in den sozialen Medien verbreiten. Dies hat viele Faktoren, die sich gegenseitig hochspielen.

Der Algorithmus

Welche Beiträge werden uns im Newsfeed überhaupt angezeigt? In unserem Newsfeed werden Beiträge angezeigt, die Maschinen als relevant betrachten. Und relevante Beiträge sind die, die viel Interaktion aufweisen. Egal ob in Form eines Kommentares, eines „Gefällt mir“ oder eines „Ich bin wütend“ Button. Jede Interaktion signalisiert dem Algorithmus: „Ich bin wichtig.“ Wobei zu sagen ist, dass Kommentare egal ob freundlich oder nicht, am stärksten gewichten. Leider ist es so, dass polarisierende Beiträge, erfüllt mit Wut und Hass immer mehr Interaktion hervorrufen. Das heißt, jeder Beitrag der viel Interaktion aufweist wird noch mehr Menschen ausgespielt. Der Hass verbreitet sich so vom Algorithmus unterstützt in Windeseile.

Die Trolle

Es gibt Menschen, die wissen um diesen Algorithmus Bescheid. Sie wissen, dass polarisierende Beiträge sich in Windeseile verbreiten. Diese Menschen sorgen mit Fake News, gefälschten Bildern und übertriebenen verbalen Zuspitzungen für Hass im Netz. Sie versuchen mit dieser negativen Energie den Rest der Welt auf ihr Niveau runterzuziehen. Ob die Informationen wahr sind oder nicht, ob dabei Menschen verletzt werden oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Die Wut ist ihre vereinende Antriebskraft, um ihrem Drang zur Einseitigkeit gerecht zu werden. Sie möchten nur mehr Menschen auf die Seite des Bösen bringen und Enttäuschungen des eigenen Lebens sollen auf andere niedergehen. Dabei haben Sie meist keine größere Idee von etwas. Keine positiven Gedanken und nichts beizutragen, was irgendwie von Wert wäre für unsere Gesellschaft.

Die Unüberlegtheit

Kommunikation im Internet findet meist unüberlegt statt. Viele verlieren dabei selbst die Kontrolle, denn man tippt nur schnell einen Kommentar ins Internet. Dass dabei ein Mensch gegenübersitzt, ist vielen oft nicht bewusst. Die fehlende Mimik macht es leichter mit Beleidigungen um sich zu schmeißen, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen die Aktion auslöst. Es wird unreflektiert kommentiert, geteilt und gefällt mir gedruckt. Jede Aktion ist wie das Öl für das Feuer und lässt den Hass noch weiter aufsteigen. Doch wie kann uns jetzt Sokrates mit dem Umgang gegen Hass helfen?

Sokrates und die drei Siebe

Schon vor mehr als 2400 Jahren mussten sich die Menschen mit Tratsch und Bösartigkeiten herumschlagen. Dagegen sollte eine passende Methode helfen, welche vermutlich auf Sokrates zurückgeht oder zumindest auf einen seiner Anhänger – sie nennt sich „Die drei Siebe“.


Ein Mann rannte auf Sokrates zu.

„Sokrates, Sokrates! Ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen..“

„Warte einen Moment“, sagte der Philosoph. „Bevor du mir davon erzählst, hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt.“

„Die drei Siebe?“

„Ja. Bevor du aussprichst, was du sagen willst, prüfe es. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du absolut sichergestellt, dass es wahr ist, was du mir erzählen willst?“

„Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat“

„Gut. du weißt also nicht, ob es wahr ist oder nicht. Lass uns zum zweiten Sieb kommen. Das Sieb der Güte. Ist, was du mir erzählen willst, etwas Gutes?“

„Nein, im Gegenteil.“

„Aha, du willst mir also etwas Schlechtes über meinen Freund erzählen, obwohl du nicht weißt, ob es wahr ist.“

Der Mann zuckte die Schultern. Er wirkte inzwischen etwas betreten.

Sokrates fuhr fort: „Vielleicht besteht das, was du mir sagen willst, ja das dritte Sieb. Das Sieb der Nützlichkeit. Ist, das was du mir mitteilen möchtest, notwendig für mich?“

„Also … nein, nicht wirklich.“

„Wenn es weder wahr ist, noch gut oder zumindest nützlich, warum solltest du es mir dann überhaupt erzählen?“

Der Mann verstummte, er schämte sich und ging fort. Er hatte verstanden.


Wenn wir das nächste Mal etwas Unschönes teilen, kommentieren oder liken, sollten wir kurz innehalten und diese Information durch die drei Siebe sieben.

Ist es wahr?

Ist es gut?

Ist es nützlich?

Und wenn es nicht durch die drei Siebe passt, dann hilft nur noch ignorieren und blockieren. Beiträge und „Freunde“ lassen sich ganz einfach verbergen. Bei Facebook brauchst Du dafür einfach nur rechts oben beim Beitrag auf die Pfeiltaste drücken. Schon geht ein Fenster auf und der Beitrag lässt sich verbergen. Keinesfalls sollten wir diesen Hass mit einem Kommentar oder „Wutbutton“ belohnen. Nur so kannst Du sicherstellen, dass sich dieser Wut Post nicht weiter ausbreitet wie ein wuchernder Krebs. Und sollte der Beitrag ein Angriff auf die Menschlichkeit sein, können wir Beiträge auch melden oder sogar zur Anzeige bringen. Niemand muss sich beleidigen lassen.

Doch widerstehe der Versuchung zu antworten oder zu teilen. Denn jede wütende Antwort erzeugt nur noch mehr Hass und leider auch noch mehr Reichweite. Deshalb ist schweigen manchmal Gold.

Sobald Du beginnst, unnütze und ungute Beiträge zu verbergen, wirst Du auch sehen wie sich langsam Dein Newsfeed verändert. Mit der Zeit wirst Du immer mehr gute Nachrichten von Deinen Freunden im Newsfeed sehen. Und die anderen Trolle dürfen unter sich bleiben.

Und was meinst du, können uns die 3 Siebe gegen den Hass im Netz nützlich sein?

Liebe Grüße

Karl

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Foto: https://stocksnap.io/

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