Verzichte und rette die Welt!

Verzichte und rette die welt

Geiz ist geil! Das war einst der sehr erfolgreiche Slogan eines Elektronikhändlers, der die Welt mit elektronischen Pille-Palle zum Sonderpreis beglückte. Und die Menschen fanden das lustig und so war unser Alltag fortan vom neuesten Elektro Schrott dominiert. Doch es war nicht nur dieser eine Slogan, der erfolgreich war. Er war Synonym für eine neue Ära, deren Motto Hauptsache billig war – eben Geiz ist geil. Und diese Einstellung ist bei vielen Menschen bis heute aktuell. Doch immer mehr Menschen werden beim billigen konsumieren von einem komischem Gefühl in der Bauchgegend begleitet.

Die 90er Jahre standen im Zeichen des Turbokapitalismus. Der Mensch wurde zum Verbraucher reduziert. Werte wie Menschlichkeit, Gleichberechtigung oder Ökologie wurden immer weiter nach hinten gedrängt. Sie wurden ersetzt durch die neue Religion – Kapital.

Es wurden Begierden geweckt und immer mehr Produkte produziert. Doch damit nicht genug. Ein Schuss Profit darf auch noch sein. Deshalb wurden immer mehr Produktionsstätten ausgelagert. Dadurch war es möglich immer neue Produkte zu immer günstigeren Preisen zu produzieren. Die schon längst als besiegt geglaubte Sklaverei feiert ein trauriges Comeback – selbst in Europa. Egal ob Früchte aus Spanien, Sportschuhe aus Bangladesch oder Smartphones aus Taiwan. Auch auf Gesundheit und Umwelt wird immer weniger Rücksicht genommen. Gifte gelangen in die Umwelt und in die Lebensmittel, die wir konsumieren. Und auch der Energiebedarf wird durch die Kauf- und Wegwerfgesellschaft nicht geringer. Wenn man sich das so überlegt, lässt sich nur schwer damit leben. Denn was man auch kauft und konsumiert, alles ist vorbelastet.  Und aus einem mulmigen Gefühl in der Magengegend wird richtige Übelkeit.

Doch was tun gegen die Übelkeit? Einen Jägermeister trinken? Oder hoffen und warten bis der Messias kommt und es für uns richtet? Beides ist wohl eher wenig hilfreich. Ich werde mich weder ständig betäuben können, noch wird irgendwer alleine die Welt retten.

Agieren statt resignieren

Das Schlimme an der turbokapitalistischen Gesellschaft ist, dass man um die Zustände weiß, den Ausweg aber nicht findet. Und diese Ausweglosigkeit verursacht ein Gefühl der Ohnmacht. Denn die Welt wird regiert von Gier, Korruption und Unfähigkeit. Und als einfacher Bürger sollen wir einfach nur zusehen und konsumieren. Damit sich das Rad des Kapitals schön weiterdrehen kann.

Die einzige Alternative: man lässt es bleiben. Steigt aus dem System aus, verzichtet auf alles und versorgt sich nur mehr selbst. Doch wem kann das schon gelingen? Irgendetwas braucht man ja immer, der absolute Ausstieg bleibt eine Utopie. Viel zu groß ist die Hürde. Also fangen wir erst gar nicht an und lassen alles beim Alten. Doch genau da ist der Fehler im System.

Wenn niemand anfängt, bleibt alles beim Alten.

Es ist doch besser, ich agiere jetzt und fange im Kleinen an, als ich komme nie ins Gehen. Auch wenn ich die Welt nicht im Alleingang retten kann, so mache ich sie doch ein Stückchen besser.

Die großen Hürden überwinden

Doch wo fängt man an? Muss ich alles ändern und auf alles verzichten? Jetzt sofort besser gestern als heute? Dies wird nur bei den wenigsten funktionieren. Schließlich sind wir Gewohnheitstiere und wir alle haben unsere Gewohnheiten liebgewonnen. Wir haben uns im System einen Lebensstil angeeignet, der über unseren Verhältnissen liegt und weiter das System füttert. In diesem Lebensstil haben wir es uns richtig gemütlich gemacht. Deshalb ist Veränderung auch so schwer. Und alles auf einmal zu verändern wird nicht funktionieren. Unser innerer Schweinehund würde uns ob der großen Hürde einen Strich durch unsere Veränderungsrechnung machen. Deshalb braucht es einen Plan. Um endlich die Hürde des Systems und der eigenen Gemütlichkeit zu überwinden.

Die Möglichkeiten austarieren

Bevor wir die Veränderung anpacken, brauchen wir eine Übersicht. Es gibt viele Möglichkeiten, für diese Welt ein Körnchen Hoffnung zu setzen. So zum Beispiel

  • auf neue Kleidung verzichten
  • auf Plastik-Sackerl (Plastiktüten) verzichten
  • kein Fleisch mehr essen
  • nicht mehr mit dem Auto fahren
  • Müll trennen
  • nur mehr Fair Trade Produkte kaufen

um hier nur ein paar zu nennen. Wenn Du aber mit dem Gedanken spielst, alles auf einmal umzusetzen, mach eine kurze Denkpause. Denn wenn wir im Alltag mit allen Veränderungen gleichzeitig konfrontiert sind, werden wir schwach. Die Hürde ist zu groß und wir fallen wieder in alte Verhaltensmuster zurück, ganz nach dem Motto – jetzt ist es eh schon wurscht (jetzt ist es auch egal).

#VerzichteundrettedieWelt

Wer die Welt retten will, muss klein anfangen. Weniger ist in diesem Fall mehr. Denn je weniger wir konsumieren, desto weniger müssen wir wegschmeißen. Weniger Flüsse werden vergiftet, weniger Müllberge verpesten die Umwelt und weniger Menschen müssen unter sklavenähnlichen Umständen leben und arbeiten. Ganz nach dem Motto #verzichteundrettedieWelt.

Konsum lässt sich nicht vermeiden, doch wenn ich konsumiere dann intelligent, mitfühlend und nachhaltig.

So und damit wir nicht auf halbem Weg der Lebenskunst stehen bleiben oder erst gar nicht anfangen, gilt es sich für jede Woche nur eine Veränderung vorzunehmen und diese auszuprobieren.

Beginne mit einer ganz kleinen Veränderung, wie z.B. auf Plastiksäcke zu verzichten und erfreue Dich, dass Du dem System wieder ein Schnippchen geschlagen hast. Oder vielleicht möchtest Du ab sofort auch Mehl selbst mahlen mit mit einer Getreidemühle. 

Erst wenn sich diese erste Veränderung nach 7 Tagen im Alltag integriert hat, ist für die nächste Zeit. Damit verhinderst Du die angesprochene Überforderung mit der Veränderung.

So kannst Du Stück für Stück weniger konsumieren, weniger Ressourcen verbrauchen und leichter durch das Leben flanieren. Als kleine Zugabe wird sich das ungute Gefühl, wie von selbst verabschieden.

Ich persönlich starte jetzt mit einem Projekt, das ich mir schon lange vorgenommen habe. Ich mache den ersten Schritt  ich #verzichteundrettedieWelt, indem ich auf Fleisch verzichte.

Und machst Du auch mit? Lass uns gemeinsam die Welt retten. Mach mit und teil diesen Beitrag mit Deinen Freunden #verzichteundrettedieWelt, denn gemeinsam sind wir viele!

 

Liebe Grüße

Karl

 

 

 

 

Karl

PS: Hagen Rether war eine schöne Inspiration für diesen Beitrag, Herzlichen Dank dafür!

Foto: stocksnap.io

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