3 Wege wie man sich aus der Sklaverei der Gewohnheit befreit!

Zuerst die gute Nachricht: Gewohnheiten schaffen Sicherheit in unruhigen Zeiten. Sie sind der rettende Anker in stürmischer See. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Gewohnheiten – das Abstumpfen, das Dahinsiechen und die Fadesse halten Einzug im Alltag. Doch wie wird man Herr gegen die langweiligen Pflichten des Alltags?

Warum wir die Gewohnheiten hinterfragen sollten

Wenn man täglich seiner Alltagsroutine nachgeht, immer zur selben Zeit aufsteht, immer dasselbe zum Frühstück isst und auch täglich zum selben Arbeitsplatz fährt, geben diese routinemäßigen Handlungen dem Tag die Form vor. Und meist ist auch die Woche fix verplant. Montag abends ist Sport angesagt, am Dienstag darf es ein Familien-Fernsehabend sein, am Mittwoch steht der Pflichttermin bei der Omi an und am Donnerstag ist der Tennisverein am Programm. Natürlich sind auch die Wochenenden vollgepackt mit Aktivitäten mit der Familie, Freunde treffen und in die Kirche gehen. Der Wochenplan liest sich gleich wie ein Stundenplan in einem All Inclusive Urlaub nur ohne Animateure.

Doch wo bleibt die Zeit und etwas Spielraum für Außergewöhnliches? Wie sollen wir Neues ausprobieren, neue Erfahrungen machen, wenn wir jede Minute unserer Woche fix verplanen? Genau da liegt die Schwierigkeit. Wir haben uns zum Sklaven unserer eigenen Gewohnheiten gemacht, ohne diese zu hinterfragen. Wir führen kein selbstbestimmtes Leben im Sinne der Lebenskunst sondern folgen nur mehr unseren Gewohnheiten.

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Wann wird die Gewohnheit zur Gewohnheit?

Am Anfang jeder Gewohnheit steht die Veränderung. Ich habe mich zum Beispiel vor 4 Jahren zum ersten Mal für den Halbmarathon in Wien angemeldet. Ich war voller Enthusiasmus und Energie. Ein Trainingsplan wurde aufgestellt, eine sündteure Puls Uhr wurde angeschafft und ein Ergometer durfte es auch noch sein. Es machte Spaß, ich hatte ein Ziel und schließlich war es auch noch gesund. Denn mein Körper funktioniert ähnlich wie der eines Hamsters. Im Winter wird nur geschlafen und gefressen. So passte es ganz gut, dass ich im Frühling mit dem Laufen begann. Auch das Ergebnis bei meinem ersten Lauf konnte sich richtig sehen lassen, ich will jetzt nicht angeben, aber ich hatte für 21 Km nur 1:45 h benötigt.

Im darauffolgenden Jahr habe ich mich wieder angemeldet. Diesmal hatte ich trainingstechnisch noch ein Schaufferl drauf gelegt (eine Schippe nachgelegt). Und siehe da: keine Verbesserung. Ich war enttäuscht. Obwohl ich eigentlich eine super Leistung abgeliefert hatte. Nichts destotrotz wollte ich eine Steigerung erreichen. Das Trainingspensum wurde erhöht. Der Spaß hatte sich schon lange verabschiedet, dafür hat sich ein Schmerz im rechten Knie beim Training hinzugesellt. Trotzdem wollte ich unbedingt starten. Schließlich war es mittlerweile schon ein fixer Bestandteil meines Lebens geworden. Das Ergebnis war ein spaßfreier und schmerzerfüllter Lauf, der mir mein ursprünglich freudiges Hobby zur Hölle machte. Ich hatte den Zeitpunkt für die Veränderung übersehen. Denn jede ursprüngliche Veränderung wird zur Gewohnheit und die gilt es hin und wieder zu hinterfragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung

Um seine Gewohnheiten zu hinterfragen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich dir hier kurz zusammenfasse:

  • Gewohnheit mit Ablaufdatum: Sobald Du etwas Neues ausprobierst, egal ob ein neues Frühstück oder ein neues Hobby, setze Dir im Vorhinein schon ein Ablaufdatum. Und an diesem Datum nimmst Du Dir kurz Zeit, um zu reüssieren. Stelle Dir die Fragen:
    • Macht es mir noch Spaß? Schmeckt es noch?
    • Sollte ich etwas verändern oder doch wieder zur alten Gewohnheit zurückkehren
  • Jourfixe der Gewohnheit: Nimm Dir einen fixen Tag im Monat oder vierteljährlich und hinterfrage all deine Gewohnheiten auf die Faktoren Spaß, Genuss und Notwendigkeit.
    • Welche Gewohnheiten werden Dir aufgezwungen? Denn wer sagt denn, dass wir jede Woche das unsympathische Tantchen besuchen müssen.
    • Welche Gewohnheiten sind mittlerweile langweilig?
    • Was möchte ich unbedingt ändern?
  • Experiment der Veränderung: Probiere jedes Monat eine neue Veränderung aus und mache sie für ein Monat zu deiner Gewohnheit (siehe Monatsmob). Wenn sie Dir gefällt, dann behalte sie bei. Ansonsten lasse es bleiben und probiere etwas Neues.

Lasse Dich nicht vom Trott des Alltags aus reiner Bequemlichkeit in die Mangel nehmen. Befreie Dich von der Sklaverei der Gewohnheiten, mache das Beste aus Deinen Gewohnheiten und nutze diese für Dein selbst gestaltetes Leben. Denn darum geht es in der Lebenskunst und schon Michel de Montaigne meinte: „Die oberste Aufgabe, zu der wir berufen sind, ist für jeden, sein eigenes Leben zu führen.“

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Ach, hätte ich fast vergessen. Auch heuer war ich wieder beim Halbmarathon. Diesmal ganz ohne festen Trainingsplan. Ohne Uhr und ohne Druck. So langsam wie noch nie und mit so viel Spaß wie noch nie!

Genieße dein Leben!

Liebe Grüße

Karl

 

 

 

Karl

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Ja, ich will!

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